grete,


der Weg endet mitten in der Petersilie.



Ein Blog muss ein Thema haben.

Habe ich mir sagen lassen. Echt jetzt? Eins? Die Sache ist die: mir wird so schnell langweilig. Okay, ich konnte jetzt 4 Jahre am Stück endlose Tiraden über den Donald aus mir herausbrechen lassen (fragt mal den Gatten und die Kinder). Aber der ist ja jetzt in den Sümpfen Floridas verschwunden. Fürs Erste. Lasst uns den Tag nicht vor dem Abend und so weiter.

Aber ansonsten hätte ich gerne ein bisschen Abwechslung im Programm. Ich hatte jetzt 10 Jahre lang einen Blog, in dem ich ausgiebig übers Nähen an sich und übers Quilten im Besonderen und mein Stoffgeschäft gesprochen habe. Mit gelegentlichen Ausschweifungen über sonstige Dinge – wie meine Kinder (5), den Gatten (Version 2.0), diverse andere Hobbies (singen, backen, gärtnern). Diverse Haustiere (zurzeit nur ein einziger Hund namens Willi – aber es gab Zeiten da hatten wir gleichzeitig einen Hund, 2 Katzen, 3 Kaninchen, 3 Gänse, 5 Hühner und einen Hahn, ein Pferd, 2 Ponys, 3 Wellensittiche und einen gemeingefährlichen Hamster namens Bernd).

Jetzt habe ich keinen Stoffladen mehr und beschäftige mich stattdessen mit dem geschriebenen Wort. Völlig ohne literarischen Tiefgang. Das hat auch schon früher in diversen Kolumnen für verschiedene Magazine funktioniert. Da könnte man dann ja auch eine etwas längere Kolumne schreiben – so in Buchform. Und ja – für mein erstes Buch habe ich mich tatsächlich für ein Thema entschieden. Aber für diesen Blog? Da hätte ich gerne einen gemischten Salat.

Womit wir dann beim Grünzeug wären. Und der Petersilie.

Als meine Geschwister und ich noch völlig faltenfrei und ohne graue Haare durchs Leben schritten (also vor ca. 40 Jahren) hatten sowohl unsere Mutter als auch unsere Großmutter eine besondere Vorliebe dafür, bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit irgendwelche Sprichwörter in die Unterhaltung einfließen zu lassen. Ihr wisst schon: „Wer den Pfennig nicht ehrt….“ oder „Morgenstund hat Gold im Mund….“

Worauf wir damals beschlossen, uns unsere eigenen Sprichwörter auszudenken. Eines von meinen war: „Der Weg endet mitten in der Petersilie.“ Oder anders ausgedrückt: Machen wir mal einfach, keine Ahnung wo das hinführt, aber immer noch besser versucht und gescheitert als immer zu feige sein, etwas Neues zu wagen. Und wenn der Weg dann tatsächlich in der Petersilie statt auf dem Olymp oder im Kanzleramt oder auf Platz 1 der Charts endet – dann versuchen wir halt was anderes.

An diesem Punkt bin ich gerade mal wieder. An dem Punkt, an dem man vertrautes und funktionierendes aufgibt (namentlich – den Stoffsalat) und stattdessen etwas versucht, was so richtig gründlich in die Hose gehen könnte.

So schreibe ich dann jetzt täglich fleißig vor mich hin, danach geht es darum eine Agentur und dann einen Verlag zu finden. Und bekanntlich gibt es ja kaum eine Gruppe, die für die guten Agenturen so attraktiv als „neuer“ Autor sind, wie die der 60-jährigen Großmütter. Da habe ich ja schon von vorneherein einen enormen Vorteil – weil….hipper gehts ja wirklich nicht.

Aber man sollte sich von solchen Kleinigkeiten nicht abschrecken lassen – hätte ich mit 60 beschlossen, ich möchte Primaballerina werden, wären die Chancen schlechter, wenn auch nur minimal.

Ich werde Euch jedenfalls auf dem Laufenden halten, damit dann auch wirklich VIELE Leute wissen, wenn ich mich mitten in der Petersilie voll auf den Bart lege.

Euch einen schönen Start in den März, bis bald,

Eure Grete