grete,


Absurdes



Als neulich die Berichterstattung über die Beerdigung von Prinz Philip die Nachrichten bevölkerte und immer wieder über seine minutiöse Planung selbigen Ereignisses gesprochen wurde dachte ich mir: Das mach ich auch.

Also – nicht, dass ich mich gerade mit Gedanken über mein baldiges Ableben amüsiere, aber ehrlich gesagt, die meisten Beerdigungen, auf denen ich bislang war, hatten wenig bis gar nichts mit dem Charakter des oder der lieben Verstorbenen zu tun.

Aber selbst wenn man alles selbst plant, wie sorgt man dafür, dass meine lieben Angehörigen das dann auch wissen? Bis der Notar mit meinem Testament erst mal zu Potte kommt, bin ich ja schon längst verbuddelt. Meinen Kindern vorher – also auch lange vorher – wie: jetzt! – zu sagen: So hätte ich es gerne. – geht gar nicht. Ich werde schon nach den Worten: „Übrigens, Ihr Schätzchen, ich wollte Euch eigentlich immer schon mal sagen….wenn ich mal das Zeitliche segne….“ rüde unterbrochen. „Mama! Das wollen wir nicht hören!“

Dabei gibt es da eine ganze Reihe an Dingen, die ich vorher mit ihnen klären wollte. Wie sie zum Beispiel bei der Suche nach und der Auswahl von einer passenden Nachfolgerin für den Gatten behilflich sein könnten. Und, dass sie nett zu ihr sein sollen.

Jedenfalls, heute Morgen saß ich mit der Schwester und dem Schwager am Frühstückstisch. Und wir sprachen über dieses Thema. Wie ich denn meine Trauerfeier gerne hätte. Und dass ich das ja einfach auf meinem Blog schreiben könnte. Da können die Kinder nichts gegen unternehmen. Und das Internet merkt sich alles!

Und wie immer, wenn die Schwester und ich uns zusammen Szenarien jeglicher Art ausmalen, wird es gerne mal ein bisschen absurd. Gebe ich zu. Aber gefallen tut es mir trotzdem. Der Schwager war dann zwar ein echter Spielverderber und hat erklärt, meine imaginäre Trauerfeier wäre nicht mehrheitsfähig – aber das wollen wir ja noch mal sehen.

Also – ich hätte gerne eine Party. Jetzt könnte ja jemand kommen und sagen: Hat sie nicht in einem früheren Blogpost gesagt, sie hasst Partys? Richtig. Aber das wäre ja eine Party, auf die ich gar nicht selber gehen muss, also die beste Sorte.

Auf dieser Party wird getanzt. Und getrunken. Und gesungen. Meine vier Töchter müssen jede eines meiner Lieblingslieder vortragen, die da wären: Walking in Memphis, Bless The Broken Road, At Last und She’s Always a Woman.

Mein Sohn muss die einzigen drei Witze, die ich mir mein Leben lang merken konnte, vortragen. Das haben sie dann davon, dass sie immer wieder betont haben, dass sie meine Witze schon tausendmal gehört haben.

Aber jetzt kommt der wichtigste Teil. Da meine Kinder sich immer wieder darüber lustig machen, dass ich scheinbar am meisten über „Pupswitze“ – sowohl in Filmen als auch im echten Leben lachen kann, machen wir einen Wettbewerb. Alle müssen am Vorabend der Party eine ganze Schüssel Bohnen essen. Und nur diejenigen, die dann auf der Party öffentlich pupsen, können was erben. Steht dann so in meinem Testament.

Worauf dann selbst meine Schwester (die Juristin ist) meine Planung als für nicht mit der aktuellen Rechtslage konform erklärt hat. Das sei sittenwidrig. Vermutlich dürfte ich das noch nicht mal auf Instagram schreiben. Das würde dann rausgelöscht.

Spaßbremsen. Alle miteinander.

Eure Grete.

P.S.: wer WIRKLICH wissen will, worüber ich so lachen kann (apropos Pupswitze), sollte sich dieses Video auf YouTube anschauen: https://www.youtube.com/watch?v=eZgD89VYkVc